
Kamille – die kleine Blume mit großer Wirkung
Wer an Heilpflanzen denkt, kommt an der Kamille kaum vorbei. Sie gehört zu den bekanntesten Heilpflanzen überhaupt und hat vermutlich schon in unzähligen Küchenschränken auf ihren Einsatz gewartet. Bei Bauchweh, Erkältung, Entzündungen oder einfach einer Tasse Tee am Abend – die Kamille ist erstaunlich vielseitig.
Und dabei sieht sie eigentlich ziemlich unscheinbar aus: weiße Blütenblätter, gelbe Mitte. Frei nach dem Motto: „Außen bescheiden, innen wirkungsvoll.“
Die echte Kamille
Wenn wir von der Heilpflanze Kamille sprechen, ist in der Regel die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) gemeint. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und ist ursprünglich in Europa und Westasien beheimatet. Heute findet man sie an vielen Stellen, beispielsweise auf Äckern, an Wegrändern oder auf nährstoffreichen Böden.
Charakteristisch ist ihr angenehmer, aromatischer Duft. Wer eine Kamillenblüte zwischen den Fingern zerreibt, erkennt schnell, warum die Pflanze seit Jahrhunderten für Tees und andere Anwendungen geschätzt wird.
Verwendet werden vor allem die Kamillenblüten.
Was steckt in der Kamille?
Die Blüten enthalten eine ganze Reihe verschiedener Inhaltsstoffe. Besonders bekannt sind die ätherischen Öle, darunter Chamazulen und Bisabolol. Daneben finden sich unter anderem Flavonoide und weitere pflanzliche Inhaltsstoffe.
Diese Kombination wird für die verschiedenen Eigenschaften der Kamille verantwortlich gemacht. Sie kann unter anderem
- entzündungshemmend wirken,
- krampflösend wirken,
- beruhigend wirken,
- und die Wundheilung unterstützen.
Damit ist die Kamille gewissermaßen ein kleines pflanzliches Multitalent – das wusste auch schon Pfarrer Kneipp.
Kamille für den Bauch
Eine der bekanntesten Anwendungen ist die Verwendung bei leichten Magen-Darm-Beschwerden.
Kamillenblüten können aufgrund ihrer krampflösenden Eigenschaften bei leichten krampfartigen Beschwerden und Völlegefühl eingesetzt werden. Ein Kamillentee nach dem Essen kann deshalb eine angenehme Möglichkeit sein, dem Verdauungstrakt etwas Ruhe zu gönnen. Der berühmte Verdauungsschnaps ist da eher kontraproduktiv.
Kamille bei Erkältungen
Auch bei Erkältungen ist die Kamille ein alter Bekannter.
Ein warmer Kamillentee kann wohltuend sein und zur Flüssigkeitszufuhr beitragen. Außerdem werden Kamillenblüten traditionell bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt.
Bei Halsschmerzen kann beispielsweise mit einem abgekühlten Kamillentee gegurgelt werden.
Und wenn die Nase läuft? Auch hier begegnet einem die Kamille häufig – etwa als Bestandteil von Inhalationen. Allerdings gilt: Inhalationen mit heißem Wasserdampf sind nicht für jeden geeignet und bergen Verbrühungsgefahr. Besonders bei Kindern sollte auf solche Anwendungen verzichtet beziehungsweise auf sichere Alternativen zurückgegriffen werden.
Vorsicht bei Allergien
So harmlos die Kamille aussieht, ganz ohne Nebenwirkungen ist auch sie nicht.
Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten bei Kamille vorsichtig sein. Dazu gehören beispielsweise auch Arnika, Ringelblume oder Schafgarbe. Bei empfindlichen Personen können allergische Reaktionen auftreten.
Auch deshalb gilt bei Heilpflanzen der Grundsatz: Natürlich bedeutet nicht automatisch immer und für jeden geeignet.




